Wie mein Mann zum Cuckold wurde – Teil 1
Die meisten Cuckold-Geschichten, die man liest, fangen mitten im Geschehen an — im Hotelzimmer, mit dem fremden Mann, mit dem Ehemann auf dem Stuhl daneben. Meine fängt früher an. Sie fängt an mit einem Geständnis im Dunkeln, mit einem Satz, der zwischen uns lag wie ein zweiter Puls, und mit der Erkenntnis, dass das, was meinen Mann am meisten erregte, mich selbst feucht machte, lange bevor ich es zugeben wollte.
Ich heiße Lena, ich bin vierunddreißig, seit acht Jahren mit Marc verheiratet. Und das hier ist, wie aus meinem Mann ein Cuckold wurde.
Das Geständnis im Dunkeln
Es war ein Dienstag. Kein Wein, kein Anlass, kein Streit. Nur unser Schlafzimmer, das Dunkel und Marcs Stimme an meinem Nacken, die plötzlich kleiner klang als sonst.
„Ich muss dir etwas sagen”, flüsterte er. „Aber ich hab Angst, dass du mich danach anders ansiehst.”
Ich spürte sein Herz gegen meinen Rücken schlagen, schnell, viel zu schnell für einen Mann, der gleich einschlafen wollte. Seine Hand lag auf meiner Hüfte, und sie zitterte ein wenig.
„Sag es”, sagte ich.
„Manchmal”, begann er, und ich hörte, wie schwer ihm jedes Wort fiel, „stelle ich mir vor, wie du mit einem anderen Mann bist. Wie er dich nimmt. Und ich … ich würde gern dabei sein. Zusehen. Wie du etwas bekommst, das ich dir nicht geben kann.”
Ich sagte in dieser Nacht nichts. Ich lag wach und lauschte, wie er neben mir nicht einschlief, sondern wach blieb wie ich, beide reglos, beide so tuend, als wären wir längst weg. Aber das Verstörende war nicht der Gedanke an einen fremden Mann.
Das Verstörende war, dass ich, während er sprach, gespürt hatte, wie sich alles in mir zusammenzog. Wie eine Hitze zwischen meine Beine kroch, die nichts mit Empörung zu tun hatte. Ich presste die Schenkel zusammen und war froh, dass es dunkel war, denn ich wollte nicht, dass er sah, was sein Geständnis mit mir machte. Noch nicht.
Ich drehte mich irgendwann zu ihm und legte meine Hand auf seine Brust. Sein Herz raste immer noch. „Du machst dir keine Sorgen, dass ich gehen könnte?”, fragte ich leise.
„Doch”, sagte er. „Genau deshalb.”
Am nächsten Morgen am Frühstückstisch war es, als hätte jemand die Lautstärke der Welt verändert. Marc reichte mir den Kaffee, ganz normal, küsste mich auf die Stirn, ganz normal — und zwischen uns lag dieser Satz wie etwas Lebendiges. Ich sah ihn an und wusste es wieder, und ich merkte, dass ich es wieder wissen wollte.
Der Satz, der nicht mehr wegging
In den Tagen danach trug ich seinen Satz mit mir herum wie etwas Heißes in der Manteltasche. Ich würde gern zusehen. In der Mittagspause, mitten in einer Tabelle, hörte ich seine Stimme, und mein Atem ging flacher. Ich erwischte mich dabei, wie ich Männer auf der Straße anders ansah als sonst — nicht, ob sie mir gefielen, sondern: Würde Marc zusehen wollen, wie der mich nimmt? Der Gedanke jagte mir jedes Mal einen Schauer über den Rücken.
Ich hatte immer geglaubt, ich kenne die Grenzen unserer Ehe so gut wie die Wände unserer Wohnung. Jetzt stand auf einmal eine Tür offen, von der ich nicht gewusst hatte, dass es sie gibt. Und hinter dieser Tür war nicht Verrat. Hinter ihr war etwas, das uns gehörte — uns beiden, gemeinsam, auf eine Art, die ich noch nicht in Worte fassen konnte.
Am Freitag, als wir endlich allein waren, goss ich uns beiden ein Glas ein und setzte mich ihm gegenüber.
„Erzähl mir genau”, sagte ich, und meine Stimme klang ruhiger, als ich mich fühlte, „wie du es dir vorstellst. Lass nichts aus.”
Marc, der sonst jede Verhandlung führt, als ginge es um sein Leben, wurde rot bis unter die Haare. Und dann erzählte er. Stockend zuerst, dann immer freier. Wie er sich vorstellte, dass ein anderer Mann mich auszieht, langsam, vor seinen Augen. Wie er danebensteht und nichts tut, außer zuzusehen, wie ein Fremder mich auf den Rücken dreht und in mich gleitet. Wie er hören will, dass es mir gefällt, dass ich es lauter genieße als bei ihm. Wie er, sagte er und sah dabei auf sein Glas, danach zwischen meine Beine darf — wenn ich es erlaube.
Mir rauschte das Blut in den Ohren. Ich saß da, die Beine übereinandergeschlagen, und spürte, wie nass ich war, allein von seinen Worten. Unter dem Tisch presste ich die Oberschenkel zusammen, und es half nichts.
„Und das macht dir keine Angst?”, fragte ich.
Er sah auf. Zum ersten Mal seit Tagen sah er mich direkt an. „Doch”, sagte er. „Aber wenn ich dran denke, bin ich härter als seit Jahren.”
Ich stand auf, ging um den Tisch herum und setzte mich rittlings auf seinen Schoß. Durch seine Hose spürte ich, dass er nicht log. Ich nahm sein Gesicht in beide Hände und sagte das Erste, was wirklich ehrlich war: „Mich macht es auch an. Genau das ist das Problem.”
Wie wir anfingen zu spielen
Wir warteten nicht lange, bis aus Reden Tun wurde — wenn auch erst zwischen uns beiden.
In dieser Nacht zog ich Marc ins Schlafzimmer, drückte ihn aufs Bett und sagte: „Dann erzähl es mir weiter. Während du es mir machst.” Er zog mir das Kleid über den Kopf, langsam, und ich sah, wie seine Hände wieder zitterten — diesmal nicht aus Angst.
„Stell dir vor, ich bin schon bei ihm”, flüsterte ich, als er sich über mich beugte. „Stell dir vor, du kommst ins Zimmer und ein anderer liegt schon zwischen meinen Beinen. Was machst du?”
Marc stöhnte auf, als hätte ihn jemand getroffen. „Ich … ich würde mich auf den Stuhl setzen”, sagte er heiser. „Und zusehen.”
„Brav”, sagte ich, und dieses eine Wort ließ ihn erschauern. Er küsste sich meinen Bauch hinunter, langsam, und als seine Zunge mich endlich fand, war ich so nass, dass er aufsah. „Du bist ja schon …”, sagte er.
„Ja”, sagte ich und drückte seinen Kopf wieder nach unten. „Das machst du. Mit deinen Worten. Stell dir vor, das hier macht ein anderer. Und du darfst nur zusehen, wie ich seinetwegen so werde.”
Er leckte mich, während er redete, abgehackt, atemlos, und beschrieb mir einen Mann, den es noch nicht gab — wie groß er wäre, wie er mich umdrehen, wie er mich nehmen würde, härter als Marc es je gewagt hatte. Jedes Bild schob mich höher. Meine Finger krallten sich in das Laken, meine Hüften kamen ihm entgegen, und als ich kam, kam ich laut, mit seinem Namen und dem eines Fremden zugleich auf den Lippen.
Dann zog ich ihn an mir hoch und ließ ihn in mich. „Und jetzt”, flüsterte ich an seinem Ohr, „stell dir vor, du nimmst, was er schon benutzt hat.” Marc stieß ein Geräusch aus, das ich noch nie von ihm gehört hatte, halb Stöhnen, halb Schluchzen, und kam fast augenblicklich, tief in mir, zitternd am ganzen Körper.
Danach lagen wir verschwitzt da, und er lachte leise, ungläubig. „Was war das denn?”, fragte er.
„Das”, sagte ich, „war erst der Anfang.”
Je öfter, desto realer
Von da an war die Fantasie überall. Sie schlich sich in jeden gemeinsamen Abend, in jede Nacht, manchmal in eine Mittagspause, in der Marc mir schrieb, was er sich vorstellte, bis ich auf der Bürotoilette stand, den Rock hochgeschoben, und mir selbst die Erlösung gab, die seine Worte verlangten.
Wir spielten es aus, immer und immer wieder, in immer neuen Varianten. Mal war der Fremde grob, mal zärtlich. Mal saß Marc gefesselt auf dem Stuhl und durfte nicht anfassen, egal wie sehr er wollte. Mal kniete er daneben und durfte danach mit dem Mund sauber machen, was der andere hinterlassen hatte. Und jedes Mal, wenn ich diesen letzten Satz aussprach — du machst sauber, was er hinterlässt —, kam Marc so heftig, dass es mich erst erschreckte und dann etwas in mir triumphieren ließ.
Eines Sonntagmorgens wachte ich auf, weil er mich von hinten ansah. „Erzähl mir was”, murmelte ich noch verschlafen, und er presste sich an mich, schon hart, und begann zu flüstern: wie er uns drei sich vorstellte, ihn am Fußende des Betts, mich auf allen vieren, einen Mann hinter mir, der mich an den Hüften packt. Ich war binnen Sekunden wach und feucht. Ich führte seine Hand zwischen meine Beine, damit er fühlte, was seine Stimme anrichtete, und ließ mich dann von ihm nehmen, während er mir ins Ohr beschrieb, wie ein anderer es täte. Wir kamen beide, ehe die Sonne richtig im Zimmer stand.
Denn das war die andere Hälfte der Geschichte, die in den meisten Cuckold-Geschichten zu kurz kommt: Es ging nicht nur um seine Lust am Zusehen. Es ging um meine Lust an der Macht. Ich entdeckte, wie es sich anfühlte, wenn der Mann, den ich liebte, mir mit großen Augen zusah, während ich beschrieb, wie ein anderer mich besser ausfüllt. Wie er bettelte. Wie er mir gehörte — vollständiger als je zuvor, gerade weil ich davon sprach, mich von einem anderen nehmen zu lassen. Ich war seine Frau, ganz und gar, und genau deshalb durfte ich für eine Nacht jemand anderem gehören.
„Würdest du es wirklich wollen?”, fragte er mich eines Nachts, ehrlich, ohne Spiel in der Stimme. „Nicht nur als Gedanke. Echt. Ein anderer Mann. In dir.”
Ich brauchte einen Moment. Dann sagte ich die Wahrheit. „Ja. Ich glaube, ich will es echt.”
Es war still. Dann zog er mich an sich und sagte mit belegter Stimme: „Dann finden wir einen.”
Die Regeln
Wir redeten bis weit nach Mitternacht. Über Regeln. Über Eifersucht. Über die Frage, ob man eine Tür wieder schließen kann, wenn man einmal hindurchgesehen hat.
Die Regeln, die wir aufschrieben — tatsächlich aufschrieben, auf einem Blatt, das danach im Nachttisch lag wie ein Vertrag —, waren einfach. Ich allein bestimme, wer. Marc ist dabei, immer. Es bleibt bei uns, niemand erfährt es. Kondom, keine Diskussion. Und wenn einer von uns „Stopp” sagt, ist sofort Schluss, ohne Groll, ohne ein zweites Wort.
Den Mann zu finden war leichter und schwerer zugleich, als ich dachte. Leichter, weil es eine ganze Welt gibt von Männern, die genau das suchen — Paare wie uns, eine Hotwife und ihren Mann, der zusieht. Schwerer, weil die meisten es falsch wollten: zu gierig, zu plump, zu sehr auf sich. Ich las Nachrichten am Küchentisch vor, und Marc und ich lachten über die schlimmsten, und manchmal endete das Vorlesen damit, dass er mich auf eben jenem Küchentisch nahm.
Einen hätten wir fast getroffen. Ein gut aussehender Typ, selbstsicher, der die richtigen Dinge schrieb — bis er anfing, Marc wie Luft zu behandeln, als wäre mein Mann nur ein Hindernis auf dem Weg zu mir. Ich spürte, wie Marc neben mir kleiner wurde, während wir die Nachrichten lasen, und sagte: „Nein. Der nicht.” Marc sah mich an, überrascht, fast dankbar. „Das bestimme ich”, sagte ich und legte das Handy weg. „Und ich will einen, der weiß, dass du dazugehörst.” In dieser Nacht nahm ich Marc besonders langsam, ließ ihn zappeln, ließ ihn betteln, und als ich ihm endlich erlaubte zu kommen, flüsterte ich an seinem Ohr: „Siehst du? Du gehörst mir. Auch dann, wenn ein anderer mich nimmt — vielleicht gerade dann.”
Daniel war anders. Er schrieb wenig, fragte viel. Er fragte nach Marc, nicht nur nach mir. Er wollte wissen, was Marc dabei fühlt, was ihm wichtig ist, wo seine Grenze liegt. Als ich Marc seine Nachrichten zeigte, las er sie zweimal und sagte leise: „Der weiß, was er tut.”
In den Wochen bis zum Treffen liebten wir uns wie Verrückte. Die Fantasie war keine Fantasie mehr, sie hatte ein Gesicht, einen Namen, eine Stimme. Bei jenem ersten Telefonat zu dritt lag ich auf dem Bett, Marc neben mir, das Handy auf laut, und Daniel beschrieb mit dieser ruhigen, dunklen Stimme, was er an unserem Abend mit mir tun würde — langsam, genau, ohne Eile, als wüsste er längst, dass ich ihm gehören würde. Marc durfte nur zusehen, wie ich mich unter Daniels Worten wand, durfte mich nicht anfassen, und ich kam allein von dieser Stimme im Ohr und den Augen meines Mannes auf mir, ohne dass mich einer der beiden berührte. Als ich danach zu Atem kam, war Marc kreidebleich vor Erregung — und ich wusste, dass es kein Zurück mehr gab. Und je näher der Abend rückte, desto stiller wurde Marc — nicht aus Zweifel, sondern aus etwas, das tiefer ging. Eine atemlose, dunkle Erwartung, die ich an ihm liebte.
„Hast du Angst?”, fragte ich ihn am Abend davor.
„Ja”, sagte er. „Und ich war noch nie so erregt in meinem Leben.”
Die Hotelbar
Drei Wochen später saß ich in der Bar eines Hotels, das keiner von uns kannte, und wartete auf einen Mann, dessen Stimme ich kannte und dessen Hände ich gleich kennenlernen würde.
Ich trug das rote Kleid, das Marc ausgesucht hatte — eng, mit einem Rücken, der fast keiner war. Darunter nichts, so wie er es sich gewünscht hatte. Ich spürte den kühlen Stoff auf der Haut und das Klopfen zwischen meinen Beinen, das seit Stunden nicht mehr aufgehört hatte. Jedes Mal, wenn ich die Beine übereinanderschlug, erinnerte mich der Stoff daran, wie offen, wie bereit ich war.
Und zwei Tische weiter saß Marc.
Er hatte ein Glas vor sich, das er nicht anrührte. Er sah nicht direkt zu mir herüber — wir hatten ausgemacht, dass er ein Fremder ist, einer, der zufällig hier ist. Aber ich spürte seinen Blick auf meiner Haut wie eine Hand. Jede Sekunde wusste ich, wo er saß. Wie er die Finger um das Glas legte, um sie still zu halten. Wie sehr ihn das hier fertigmachte und ihn gleichzeitig zu dem Mann machte, der er insgeheim immer hatte sein wollen.
Mein Handy vibrierte. Eine Nachricht von Marc, vom Tisch zwei Meter weiter.
Du bist das Schönste und Gefährlichste, das ich je besessen habe. Mach es. Ich sehe zu.
Ich legte das Handy weg. Und in dem Moment, in dem ich aufsah, kam ein Mann durch die Tür der Bar — groß, ruhig, mit diesem Blick, der nichts beweisen muss. Er sah sich nicht suchend um. Er kam direkt auf mich zu, als hätte er mich schon hundertmal gesehen.
„Lena”, sagte er. Keine Frage.
Ich nickte, und meine Stimme war fester, als ich mich fühlte. „Daniel.”
Er setzte sich, bestellte, ohne zu fragen, das Richtige für mich. Dann sah er kurz an mir vorbei, zu dem Tisch, an dem mein Mann saß und nicht atmete.
„Er ist nervös”, sagte Daniel leise.
„Wir alle sind nervös”, sagte ich.
Daniel lächelte und legte seine Hand auf mein Knie — warm, schwer, selbstverständlich. Seine Finger glitten eine Spur höher, gerade so weit, dass mir der Atem stockte. Und von drüben, ganz leise, hörte ich, wie ein Stuhl über den Boden rückte.
Was in dieser Nacht in dem Zimmer im achten Stock geschah, wie Marc auf seinem Stuhl saß und jede Minute mit ansah — das ist der Moment, in dem aus meinem Mann wirklich ein Cuckold wurde.
Fortsetzung folgt
Der nächste Teil ist da.
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