Im Swingerclub: BBC fuer meine Verlobte

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Wir hatten uns geschworen, dass wir nur zuschauen. Das war der Deal, ausgehandelt an unserem Küchentisch, mit zwei Gläsern Wein und der Verlegenheit von zwei Menschen, die seit drei Jahren zusammen sind und trotzdem nie laut ausgesprochen hatten, was sie im Dunkeln flüsterten. Wir gehen hin, wir sehen es uns an, und wenn es zu viel wird, gehen wir wieder. So einfach.

Ich bin Tobias, zweiunddreißig, und die Frau, die ich heiraten werde, heißt Jasmin. Und das hier ist die Geschichte von der Nacht, in der aus einem Nur-zuschauen etwas wurde, das uns beide für immer verändert hat: die Nacht, in der meine Verlobte im Swingerclub einem anderen Mann gehörte, während ich danebenstand und nicht mehr wegsehen konnte.

Wie meine Ehefrau im Swingerclub landete

Es war Jasmins Idee gewesen. Wochen zuvor, nach einer dieser Nächte, in denen wir uns Dinge ins Ohr sagten, die wir am Morgen nicht wiederholten, hatte sie sich auf den Ellenbogen gestützt und mich im Halbdunkel angesehen.

„Würde es dich kaputtmachen”, fragte sie, „oder würde es dich anmachen? Ehrlich.”

Sie musste nicht sagen, was sie meinte. Wir hatten das Thema so oft umkreist, dass es zwischen uns lag wie ein Möbelstück, an dem wir jeden Tag vorbeigingen. Die Vorstellung, dass ein anderer sie berührt. Dass ich zusehe. Dass ich es will.

„Beides”, sagte ich, und es war das Ehrlichste, was ich seit langem gesagt hatte.

Also standen wir an einem Samstag im Herbst vor einer unscheinbaren Tür in einem Gewerbegebiet, an der kein Schild verriet, was dahinterlag. Jasmin trug ein schwarzes Kleid, das an den richtigen Stellen zu wenig verbarg, und ihre Hand in meiner war feucht vor Nervosität. Drinnen empfing uns gedämpftes Licht, tiefe Bässe, der Geruch von Parfüm und etwas Wärmerem darunter. Paare an der Bar, Blicke, die länger blieben, als man es draußen erlaubt.

„Wir schauen nur”, flüsterte sie mir zu, halb zu mir, halb zu sich selbst.

„Wir schauen nur”, bestätigte ich, und wir glaubten es beide.

Der Mann an der Bar

Sein Name war Malik. Wir erfuhren ihn erst später, aber ich sah ihn, kaum dass wir eine halbe Stunde da waren — schwer, ihn zu übersehen. Groß, breite Schultern unter einem dunklen Hemd, eine Ruhe in der Art, wie er sich bewegte, die den ganzen Raum um ihn herum langsamer machte. Er lehnte an der Bar, ein Glas Wasser in der Hand, und beobachtete das Treiben mit dem gelassenen Selbstbewusstsein eines Mannes, der nichts beweisen muss. Er warb nicht. Er wartete.

Und irgendwann trafen sich sein Blick und Jasmins.

Ich saß neben ihr, meine Hand auf ihrem Knie, und ich spürte, wie ihr Bein unter meiner Handfläche minimal zitterte. Sie sah nicht weg. Das war das Erste, was mich traf — dass meine Verlobte, die sich sonst bei jedem zu langen Blick eines Fremden an mich schmiegte, diesem Mann standhielt, ihn ansah, fast herausfordernd, während ihre Wange sich röter färbte.

„Er sieht gut aus”, sagte sie leise, ohne den Kopf zu drehen.

„Ja”, sagte ich, und meine Stimme klang belegt. „Tut er.”

Malik kam nicht sofort. Er ließ Zeit vergehen, ließ die Spannung wachsen, und als er endlich zu uns herüberkam, tat er etwas, das ich nicht erwartet hatte: Er sah zuerst mich an, nicht sie.

„Ist das in Ordnung für dich?”, fragte er mich, mit einer tiefen, ruhigen Stimme, und nickte kaum merklich in Jasmins Richtung. „Ich frage dich, nicht sie.”

Ich schluckte. Neben mir hielt Jasmin den Atem an. Und in diesem Moment begriff ich, dass alles, was jetzt geschah, in meiner Hand lag — dass ich es nur aussprechen musste.

„Es ist in Ordnung”, sagte ich.

Nur ein Tanz

Er nahm sie mit auf die Tanzfläche, und ich blieb sitzen.

Es war kein Tanz, wie man ihn auf einer Hochzeit tanzt. Es war langsam, obwohl die Musik schnell war, sein Körper hinter ihrem, seine Hand flach auf ihrem Bauch, während ihr Kopf an seiner Brust zurücksank. Ich sah, wie meine Verlobte die Augen schloss. Ich sah, wie ihre Hand nach hinten griff und sich in seinem Nacken vergrub. Ich sah, wie seine Finger an ihrer Hüfte tiefer wanderten, den Stoff des schwarzen Kleides ein Stück höher schoben, und wie Jasmin es geschehen ließ — mehr als das, wie sie sich ihm entgegenbog.

Ich hätte aufstehen können. Ich hätte „Stopp” sagen können, das war unsere Abmachung, ein Wort und alles wäre vorbei gewesen. Stattdessen saß ich da, das Glas vergessen in der Hand, und spürte mein eigenes Blut in den Ohren rauschen. Es war nicht der Schmerz, den ich erwartet hatte. Es war etwas Heißeres, Dunkleres, das sich in meinem Bauch zusammenzog und tiefer sank. Ich sah die Frau, die ich liebte, sich unter den Händen eines anderen öffnen — und ich war härter, als ich es seit Monaten gewesen war.

Als sie zu mir zurückkam, glänzten ihre Augen. Sie kniete sich vor meinen Stuhl, legte die Hände auf meine Oberschenkel und suchte mein Gesicht ab, als müsste sie erst sicher sein.

„Du zitterst”, sagte sie.

„Ich weiß.”

„Soll ich aufhören?” Ihre Stimme war ein Flüstern, aber unter dem Flüstern lag etwas anderes, eine Bitte, die das Gegenteil meinte.

Ich nahm ihr Gesicht in beide Hände. „Nein”, sagte ich. „Ich will sehen, wie er dich nimmt.”

Ich hörte, wie ihr der Atem entwich. Hinter ihr, ein paar Schritte entfernt, stand Malik und wartete — und ließ uns diesen Moment, als wüsste er genau, dass er ohne unsere beiden Ja gar nichts wert war.

Der Raum hinter dem Vorhang

Es gab Zimmer hinter der Tanzfläche, halb offen, durch schwere Vorhänge nur angedeutet getrennt. Malik ging voran, Jasmin folgte, und ich kam als Letzter — der Mann, der zusieht. Ein Sessel stand an der Wand, wie dafür gemacht, und ich setzte mich hinein, ohne dass es jemand sagen musste.

Malik zog Jasmin nicht an sich. Er stellte sich vor sie, dicht, und wartete, bis sie zu ihm aufsah. Dann nahm er ihr Kinn zwischen zwei Finger, langsam, und küsste sie — und ich sah, wie meine Verlobte in diesem Kuss weich wurde, wie sie sich an ihn schmiegte, wie ihre Hände über seine Brust wanderten und an den Knöpfen seines Hemdes nestelten.

„Sieh deinen Mann an”, sagte Malik leise an ihrem Ohr, aber laut genug, dass ich es hörte. „Ich will, dass du ihn ansiehst, während ich dich auszieh.”

Und sie tat es. Während er den Reißverschluss ihres Kleides öffnete, während der schwarze Stoff von ihren Schultern glitt und zu Boden fiel, sah Jasmin mich an. Sie stand da, nackt bis auf einen schmalen Slip, ihre Brüste hoben und senkten sich schnell, ihre Augen suchten meine — und in ihnen lag keine Scham, sondern eine Frage und eine Hingabe zugleich. Siehst du mich? Siehst du, was ich für dich tue?

Ich nickte. Mehr brachte ich nicht heraus.

Malik ließ sich Zeit. Er küsste ihren Hals, ihre Schultern, arbeitete sich langsam nach unten, und Jasmin hielt sich an ihm fest, während ihre Beine nachgaben. Als er sie schließlich auf das breite Bett dirigierte, tat er es sanft, aber ohne Zögern — mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes, der genau weiß, was er will und dass er es bekommen wird.

Ich sah alles. Ich sah, wie er sich zwischen ihre Beine kniete, wie er ihr den Slip abstreifte, wie seine Hände die Innenseiten ihrer Schenkel auseinanderschoben. Ich hörte den ersten scharfen Laut, den Jasmin von sich gab, als sein Mund sie fand — einen Laut, den ich kannte, den nur ich kennen sollte, und der jetzt einem anderen galt. Es zerriss mich und erregte mich in derselben Sekunde, ein Widerspruch, der keiner war.

„Tobias”, keuchte sie, und ihre Hand streckte sich nach mir aus, über die ganze Länge des Bettes, als bräuchte sie den Kontakt, um sich fallen lassen zu dürfen. Ich stand auf, kniete mich neben sie, nahm ihre Hand. „Ich bin hier”, sagte ich. „Ich sehe dich. Lass dich gehen.”

Und sie ließ sich gehen.

Was ich in seinen Augen sah

Als Malik sich über ihr aufrichtete, hielt er noch einmal inne. Er sah zu mir — nicht triumphierend, nicht überheblich, sondern fast fragend, ein letztes, wortloses Bist du sicher? Und ich, mit Jasmins Hand fest in meiner, nickte zum letzten Mal.

Was dann geschah, füllte den ganzen Raum. Jasmin bäumte sich auf, als er in sie glitt, ihr Rücken hob sich vom Laken, und der Laut, den sie ausstieß, war lauter, ungehemmter, ehrlicher als alles, was ich je aus ihr herausgeholt hatte. Ich hätte eifersüchtig sein sollen. Stattdessen drückte ich ihre Hand und flüsterte ihr Dinge ins Ohr, die ich nie über die Lippen gebracht hätte — ja, so, lass es dir geben, ich sehe dich, du bist wunderschön, gehör ihm, gehör mir — und sie klammerte sich an jedes Wort, während ihr Körper einem Rhythmus folgte, den sie nicht mehr kontrollierte.

Ich sah meine Verlobte kommen wie noch nie. Sie zerbrach fast daran, ihr ganzer Körper spannte sich, ihre Finger krallten sich in meine Hand, und mein Name und seiner vermischten sich in dem Laut, den sie herausschrie. Und als sie danach zitternd dalag, verschwitzt, den Blick verschwommen, drehte sie den Kopf zu mir und lächelte — ein Lächeln, das mir gehörte, ganz allein mir, mitten in dem Bett eines anderen Mannes.

Malik zog sich zurück, ruhig, respektvoll. Er strich Jasmin eine Strähne aus dem Gesicht, sah mich an und sagte einfach: „Danke. Ihr habt mir vertraut.” Dann ließ er uns allein, verschwand hinter dem Vorhang, und war fort, als hätte es ihn nur für diese eine Stunde gegeben.

Der Nachhauseweg

Wir sagten auf der Rückfahrt kaum ein Wort. Jasmin hatte den Kopf an mein Schulter gelegt, ihre Hand auf meinem Bein, und die Straßenlaternen zogen über uns hinweg wie ein langsames Aufwachen.

„Bereust du es?”, fragte ich irgendwann.

Sie richtete sich auf und sah mich an, und ihre Augen waren klar. „Nein”, sagte sie. „Aber weißt du, was das Verrückte ist? Ich habe die ganze Zeit an dich gedacht. Nicht an ihn. An dein Gesicht. Daran, dass du zusiehst. Er war —” sie suchte nach dem Wort — „er war schön. Aber du warst der Grund.”

Ich musste anhalten. Am Straßenrand, unter einer Laterne, zog ich sie zu mir und küsste sie, und dann liebten wir uns auf dem Rücksitz wie zwei Verrückte, hastig, gierig, ich in ihr, dort wo Stunden zuvor ein anderer gewesen war, und sie flüsterte mir dabei ins Ohr, was sie gefühlt hatte, jede Einzelheit, bis wir beide über die Kante gingen.

Später, im Bett, das Licht schon aus, fand Jasmins Stimme mich noch einmal im Dunkeln.

„Nächstes Mal”, sagte sie, und ich hörte das Lächeln in ihren Worten, „schauen wir vielleicht wieder nur zu.”

„Klar”, sagte ich.

Wir glaubten es beide. Und wussten beide, dass es nicht stimmte.