Zu ihren Füßen
Die meisten Männer merken erst spät, was sie wirklich wollen. Ich habe es an einem Dienstagabend gemerkt, in einem viel zu teuren Restaurant, als eine Frau, die ich kaum kannte, unter dem Tisch ihren rechten Schuh von der Ferse gleiten ließ und ich mitten im Satz vergaß, was ich hatte sagen wollen.
Ich heiße Jan, ich bin siebenunddreißig, und bis zu diesem Abend hatte ich mir eingebildet, ein souveräner Mann zu sein. Das hier ist die Geschichte, wie eine einzige Frau mir in einer Nacht beibrachte, dass mein Fußfetisch keine Marotte war, die ich mir abgewöhnen musste, sondern der ehrlichste Teil von mir.
Es waren ihre Schuhe
Es waren ihre Schuhe, die mich verrieten. Schwarz, hochhackig, mattes Leder, der Absatz dünn wie ein Bleistift — den ganzen Abend über am Rand meines Blickfelds, während wir über belanglose Dinge sprachen und ich kaum ein Wort mitbekam. Sie hatte die Beine übereinandergeschlagen, und der obere Fuß wippte im Takt einer Musik, die nur sie hörte. Bei jeder Bewegung spannte sich die Naht ihrer Nylons über dem Rist, und ich musste mich zwingen, wieder nach oben zu sehen.
Sophie merkte es natürlich. Frauen wie Sophie merken so etwas immer.
Wir kannten uns aus einem beruflichen Zusammenhang, den ich hier weglasse, weil er nichts zur Sache tut. Was zur Sache tut: dass sie zehn Jahre in der Stimme trug, die ich nicht hatte, dass sie ruhig blieb, wo ich zappelte, und dass sie meinen wandernden Blick registrierte, lange bevor ich selbst begriff, wie unverhohlen ich starrte.
„Du bist woanders”, sagte sie und stellte ihr Glas ab. Kein Vorwurf. Eher die Feststellung einer Frau, die gewohnt ist, recht zu haben.
„Entschuldige”, sagte ich. „Ich war —”
„Du warst nicht bei meinem Gesicht.” Sie lächelte, und in diesem Lächeln lag schon alles, was in dieser Nacht noch passieren würde. „Das ist völlig in Ordnung, Jan. Ich frage mich nur, wie lange du glaubst, dass ich es nicht bemerke.”
Mir stieg die Hitze in den Nacken. Ich wollte etwas erwidern, irgendetwas Souveränes, aber mir fiel nichts ein, weil ihr Fuß sich in genau diesem Moment aus dem Schuh löste, ein Stück weit, sodass der schwarze Pump nur noch an ihren Zehen hing.
„Sag es”, sagte sie leise. „Nicht mir. Dir.”
Der erste Schuh
Ich sagte es nicht. Ich saß nur da, die Serviette in beiden Händen, und Sophie beobachtete mich mit dem geduldigen Vergnügen einer Frau, die weiß, dass ihr die Zeit gehört.
„Zieh deinen Stuhl ein Stück näher”, sagte sie. „Aber langsam. Ich will sehen, wie sehr du dich beherrschen kannst.”
Ich rückte näher. Der Tisch war klein, das Restaurant halb leer, und niemand konnte sehen, was unter der weißen Decke geschah. Sophie ließ den Schuh von den Zehen baumeln, einen endlosen Moment lang, und dann fiel er lautlos auf den Teppich. Ihr Fuß, jetzt nur noch in feinem, dunklem Nylon, senkte sich und legte sich auf meinen Schuh. Ich spürte die Wärme durch das Leder hindurch, oder ich bildete es mir ein, und mein Atem ging schneller.
„Da bist du ja”, sagte sie. „Genau da wollte ich dich haben.”
Sie fuhr mit dem Fuß langsam an meinem Schienbein hoch, gerade weit genug, dass es kein Zweifel mehr sein konnte, und wieder hinunter. Der Nylon glitt trocken und glatt über den Stoff meiner Hose, ein Geräusch, das nur ich hören konnte und das sich trotzdem anfühlte, als hallte es durch den ganzen Raum. Ich schloss für einen Augenblick die Augen.
„Nein”, sagte sie sofort. „Augen auf. Ich will, dass du mich ansiehst, während du daran denkst, was du wirklich willst. Kein Verstecken.”
Ich sah sie an. Und sie sah zurück, ohne mit der Wimper zu zucken, ihr Fuß an meinem Bein, und in diesem Blickwechsel gab ich etwas auf, von dem ich nicht gewusst hatte, dass ich es die ganzen Jahre so verbissen festgehalten hatte.
„Zahl”, sagte Sophie und zog den Fuß zurück. „Ich wohne zehn Minuten von hier. Und ich glaube, wir haben beide keine Lust mehr auf Vorspeisen.”
Nylon und Leder
Ihre Wohnung war so, wie ich sie mir vorgestellt hätte, wenn ich mich getraut hätte, sie mir vorzustellen: hohe Decken, gedämpftes Licht, ein tiefer Sessel aus dunklem Leder, in den sie sich setzte, als wäre er ein Thron. Ich stand mitten im Raum und wusste nicht, wohin mit meinen Händen.
„Schuhe aus”, sagte sie. „Deine, meine ich. Du gehst hier nicht mit Straßenschuhen herum.” Sie sah mich an und korrigierte sich, und ihre Stimme wurde eine Spur dunkler. „Nein. Bleib, wie du bist. Deine Schuhe interessieren mich nicht. Meine schon.”
Sie schlug wieder die Beine übereinander, der eine Pump noch am Fuß, und deutete mit einem winzigen Nicken auf den Boden vor sich. „Komm her. Auf die Knie. Und dann warte.”
Ich zögerte. Nicht, weil ich nicht wollte — Gott, ich wollte —, sondern weil ein letzter Rest des Mannes, der ich am Nachmittag noch gewesen war, sich gegen das Wort knien wehrte. Sophie sah diesen Widerstand, und statt ihn zu brechen, wartete sie einfach ab. Sie sagte kein Wort. Sie ließ mich mit meinem eigenen Verlangen allein, und mein Verlangen gewann, so wie sie gewusst hatte, dass es gewinnen würde.
Ich kniete mich vor den Sessel. Der Teppich war weich, das Leder ihres Sitzes glänzte matt, und über mir, ganz nah, hing ihr Fuß im schwarzen Pump, den Absatz leicht angehoben, sodass die dünne Sohle und die Wölbung ihres Nylonfußes auf Augenhöhe mit mir schwebten.
„So”, sagte sie zufrieden. „Sieh dir an, worauf du den ganzen Abend gestarrt hast. Aber fass nicht an. Noch nicht.”
Ich sah. Das feine Gewebe spannte sich glänzend über ihren Zehen, verdunkelte sich zur Verstärkung an der Spitze hin, und wo der Riemen des Schuhs über den Rist lief, zeichnete sich der Nylon in einer feinen Linie ab. Ich roch das Leder ihres Schuhs, den warmen, leicht ledrigen Duft, der sich mit etwas Weiblichem, Hautnahem mischte, das durch den Strumpf drang, und ich merkte, wie hart ich schon war, nur davon.
Zu ihren Füßen
„Du darfst reden”, sagte Sophie nach einer Weile, in der sie mich einfach hatte knien lassen. „Sag mir, was du siehst. Ich will es hören.”
Ich schluckte. „Deinen Fuß”, sagte ich, und meine Stimme klang fremd. „Im Nylon. Und den Schuh.”
„Und was macht das mit dir?” Sie ließ den Absatz noch ein wenig weiter aus der Ferse gleiten, sodass der Pump beinahe fiel. „Beschreib es mir. Genau. Lass nichts aus.”
„Ich kann kaum atmen”, sagte ich, und es war die Wahrheit. „Ich will nichts, als … näher.”
„Braver Junge.” Sie ließ das Wort brav zwischen uns liegen wie eine Münze auf einem Tisch, und ich spürte, wie es in meinem Bauch etwas auslöste. „Dann darfst du jetzt näher. Aber nur so nah, wie ich es sage.”
Sie senkte den Fuß, ganz langsam, bis die Spitze ihres Pumps meine Lippen fast berührte. „Küss ihn”, sagte sie. „Den Schuh. Zeig mir, dass du weißt, wo du bist.”
Ich beugte mich vor und drückte meine Lippen auf das kühle, glatte Leder über ihren Zehen. Es schmeckte nach nichts und nach allem — nach Leder, nach dem Abend, nach ihrer Macht. Ich küsste den Schuh, einmal, zweimal, und Sophie seufzte leise, zufrieden, und dieser eine Laut aus ihrem Mund war mehr wert als jedes Kompliment, das mir je eine Frau gemacht hatte.
„Und jetzt”, sagte sie, „nimm ihn mir ab. Mit den Zähnen wäre schön. Aber ich bin nicht grausam. Nimm die Hände.”
Meine Finger zitterten, als ich den Riemen löste und den Pump von ihrem Fuß streifte. Der Nylon darunter war warm, viel wärmer als das Leder, und als ich den Schuh beiseitestellte und ihren Fuß in beide Hände nahm — nur hielt, nichts weiter —, sah sie auf mich herab mit einem Ausdruck, der halb Herrschaft und halb echtes Wohlwollen war.
„Sehr gut”, sagte sie. „Und jetzt zeig mir, wofür du eigentlich hier bist.”
Das Warten
Was folgte, war eine Lektion in Geduld. Sophie genoss es, mich warten zu lassen — jede Geste eine Belohnung, die ich mir erst verdienen musste. Sie sprach leise, dirigierte mich mit einem Wort, einem Heben des Fußes, einem kaum merklichen Lächeln.
Sie ließ mich ihren Fuß halten, den Nylon unter meinen Daumen, und verbot mir minutenlang, mehr zu tun als nur zu spüren, wie sich ihre Zehen unter dem Gewebe leicht bewegten. „Nicht küssen”, sagte sie, wenn ich mich vorbeugte. „Warten. Wer wartet, bekommt mehr.” Und ich wartete, obwohl mein ganzer Körper danach schrie, meinen Mund auf diesen Fuß zu pressen, und das Warten selbst wurde zu einem Fieber, das mich fester machte als jede Berührung es gekonnt hätte.
„Du hältst dich gut”, sagte sie irgendwann und beobachtete mein Gesicht, wie es zwischen Qual und Andacht schwankte. „Männer wie du haben mir das früher nie geglaubt. Dass es das Warten ist, nicht das Kriegen. Dass die Beherrschung das Beste ist, was ihr mir schenken könnt.”
Sie führte ihren zweiten Fuß aus dem verbliebenen Schuh, und jetzt lagen beide vor mir, beide im dunklen Nylon, und sie legte den einen auf meine Schulter, während sie den anderen langsam über meine Wange gleiten ließ. Der Strumpf war glatt und trocken und warm, und ich schloss beinahe die Augen, bis mich ihr Blick erinnerte, sie offen zu halten.
„Riech”, sagte sie leise. „Sag mir, wie es ist.”
Ich presste mein Gesicht in ihren Nylonfuß und atmete tief ein — Leder und Haut und der warme, intime Duft eines langen Abends in engen Schuhen, ein Geruch, den ich mir mein Leben lang verboten hatte zu mögen, und der mir jetzt den Verstand raubte. „Es ist —”, begann ich und fand keine Worte. „Ich könnte hier bleiben. Für immer.”
Sophie lachte leise. „Das glaube ich dir sogar.”
Was eine Stimme im Ohr auslöst
Ihre Zehen krümmten sich unter meinem Atem, und sie lehnte den Kopf zurück, und in ihrer Stimme lag jetzt ein tieferes, dunkleres Timbre, das mir bis in die Fingerspitzen ging.
Anbetung
„Jetzt”, sagte Sophie und richtete sich im Sessel auf, „darfst du. Alles, was du dir den ganzen Abend nicht getraut hast. Aber langsam. Ich sehe zu, wie sehr du es willst.”
Ich begann bei ihren Zehen. Ich küsste den Nylon über jeder einzelnen, spürte die feine Struktur des Gewebes an meinen Lippen, die Wärme darunter, und Sophie stöhnte leise, überrascht fast, als hätte sie nicht damit gerechnet, dass es auch für sie so gut sein würde. Ich ließ meine Zunge über den Spann gleiten, über die Wölbung, über die Ferse, und mit jedem Zentimeter feuchten Stoffs, den ich hinterließ, wurde ihr Atem schwerer.
„Der Strumpf”, flüsterte sie. „Roll ihn runter. Langsam. Mit den Zähnen, wenn du kannst.”
Ich fasste den Nylon am Knöchel und rollte ihn hinab, Millimeter für Millimeter, und wo der Strumpf ihre nackte Haut freigab, küsste ich sie, warm und weich und salzig, und Sophie krallte ihre Finger in die Armlehne des Sessels. „Ja”, sagte sie. „Genau so. Genau da.”
Als ihr Fuß nackt war, hielt ich ihn wie etwas Kostbares und liebte ihn mit Mund und Zunge, verehrte jeden Zeh einzeln, die zarte Haut zwischen ihnen, den Ballen, die empfindliche Wölbung des Gewölbes, bis Sophie sich im Sessel wand und ihre andere, noch bestrumpfte Sohle gegen meine Brust drückte, mich zurückhielt und gleichzeitig näher zog.
„Du hast keine Ahnung”, sagte sie atemlos, „wie lange ich einen Mann gesucht habe, der das so macht. Nicht als Pflicht. Als Gebet.”
Sie ließ mich den zweiten Strumpf abrollen, und jetzt waren beide Füße nackt, warm, feucht von mir, und sie legte sie mir an den Hals, an die Wangen, dirigierte meinen Kopf, wohin sie ihn haben wollte. Ich war längst nur noch Werkzeug ihrer Lust, und nichts in meinem Leben hatte sich je so richtig angefühlt.
Wie sie mich lenkte
„Steh auf”, sagte sie irgendwann, und als ich auf den Knien schwankte, korrigierte sie sich mit einem Lächeln. „Nein. Bleib unten. Ich hab es mir anders überlegt. Ich mag dich da, wo du bist.”
Sie glitt vom Sessel, langsam, bis sie vor mir auf dem Teppich saß, die nackten Füße rechts und links von mir, und öffnete meine Hose, ohne zu fragen, so selbstverständlich, wie man etwas nimmt, das einem gehört. Ich war so hart, dass es fast wehtat, seit ich ihren ersten Schuh geküsst hatte, und als sie mich in die Hand nahm, entfuhr mir ein Laut, den ich noch nie von mir gehört hatte.
„Sieh dich an”, sagte sie leise, beinahe zärtlich, während ihre Hand sich langsam bewegte. „So verloren. Nur wegen ein paar Zehen und ein bisschen Nylon.” Sie beugte sich vor, und ich spürte ihren Atem an meinem Ohr. „Ich könnte dich jetzt betteln lassen. Ich glaube, du würdest es tun.”
„Ich würde”, sagte ich, ehe ich nachdenken konnte, und sie lachte tief und zufrieden.
Dann hob sie einen Fuß, legte die nackte Sohle gegen mich und begann, mich damit zu reiben, langsam, kunstvoll, ihre Zehen krümmten sich um mich, und ich musste beide Hände auf den Teppich stützen, um nicht zu fallen. „So?”, fragte sie und beobachtete jede Regung in meinem Gesicht. „Ist es das? Wovon du geträumt hast, ohne es dir einzugestehen?”
„Ja”, keuchte ich. „Genau das. Bitte —”
„Bitte was?” Ihre Bewegung wurde langsamer, quälender. „Sag es. Ganz genau. Ich lasse dich nicht kommen, bevor du es aussprichst.”
Und ich sprach es aus, jedes Wort, das ich mir mein Leben lang verboten hatte, sagte ihr, was ich wollte, wie sehr, und wie sehr ich ihr gehörte in diesem Moment, und Sophie hörte zu mit halb geschlossenen Augen und einem Lächeln, das mir gehörte, mir allein.
„Braver Junge”, sagte sie, als ich fertig war. „Dann darfst du jetzt.”
Sie ließ ihre Füße das Werk vollenden, beide diesmal, ihre Zehen und Sohlen um mich, und sah mir dabei unverwandt in die Augen, sodass ich nicht wegsehen konnte, nicht wegsehen wollte. Ich hielt so lange durch, wie ich es vermochte, weil ich diesen Moment nicht enden lassen wollte — und dann brach es aus mir heraus, heftig, endlos, mit ihrem Namen auf den Lippen und dem Blick ihrer dunklen Augen auf mir, und ich hörte mich einen Laut ausstoßen, der mehr Erlösung als Stöhnen war.
„Braver Junge”, sagte sie noch einmal, ganz leise, und dieses eine Wort war mehr wert als alles, was ich an diesem Abend hätte sagen können.
Nachklang
Danach lag ich mit dem Kopf in ihrem Schoß, auf dem Teppich vor dem ledernen Sessel, und Sophie strich mir durchs Haar, als wäre nichts von der Herrschaft der letzten Stunde je gewesen. Ihre nackten Füße lagen entspannt neben mir, und ich sah sie an, immer noch, und wusste, dass ich sie mein Leben lang ansehen würde.
„Ich habe dir Angst gemacht”, sagte sie, und es war halb Frage, halb Feststellung.
„Nein”, sagte ich. „Du hast mir etwas weggenommen, das ich die ganze Zeit falsch getragen habe.” Ich suchte nach den richtigen Worten. „Ich dachte immer, das mit den Füßen, dem Nylon — das wäre etwas, das ich verstecken muss. Etwas Peinliches. Und du hast es einfach … gut gefunden.”
Sophie lächelte und beugte sich zu mir herunter. „Es ist gut”, sagte sie. „Ein Mann, der so anbeten kann, ist selten. Verstecken sollten das andere.”
Ich hob ihren Fuß an meine Lippen, ohne dass sie es befahl, und küsste den Rist, sanft, aus Dankbarkeit mehr als aus Verlangen, und sie ließ es geschehen und schloss die Augen.
„Nächstes Mal”, murmelte sie, „trage ich die roten. Mit den höheren Absätzen. Und du wirst länger warten müssen.”
„Nächstes Mal”, wiederholte ich, und das Wort — nächstes Mal — war das Beste, was ich an diesem ganzen langen, verwandelnden Abend gehört hatte.