Meine Chefin (45) will mehr
Es gibt Frauen, die man nicht anfasst, weil man denkt, sie stünden über einem. Meine Chefin war so eine Frau. Sabine, fünfundvierzig, Geschäftsführerin einer Agentur, in der ich seit zwei Jahren die schwierigen Kunden betreute. Sie war die Sorte Frau, die einen Raum betritt und ihn sofort ordnet — ohne ein Wort, nur mit der Art, wie sie den Mantel ablegte und einen ansah. Diese MILF-Geschichte handelt von dem Abend, an dem ich begriff, dass diese Frau von mir längst mehr wollte als gute Zahlen. Und dass ich es genauso wollte, seit Monaten, ohne es zuzugeben.
Ich heiße Tobias, ich bin einunddreißig, und ich hatte nie geglaubt, dass ausgerechnet Sabine der Mensch sein würde, der mir zeigt, wie wenig ich über Verlangen wusste.
Der Blick, der zu lange dauerte
Es hatte sich angekündigt. So etwas kündigt sich immer an, man will es nur nicht sehen.
Da war die Art, wie sie sich in Meetings neben mich setzte statt an das Kopfende. Wie ihre Hand einen Moment zu lange auf meiner Schulter lag, wenn sie über mich hinweg auf eine Zeile in der Präsentation deutete. Wie sie mich abends, wenn die anderen weg waren, in ihr Büro rief, angeblich wegen eines Angebots, und dann über alles Mögliche sprach, nur nicht über das Angebot. Ihr Parfüm — etwas Dunkles, Warmes, das nach teurem Holz roch — blieb noch in der Luft, wenn sie schon längst gegangen war.
Ich war nicht blind. Ich war nur vorsichtig. Sie war meine Chefin, fünfundvierzig, geschieden, mit dieser ruhigen Selbstsicherheit, die nur Frauen haben, die nichts mehr beweisen müssen. Ich war der jüngere Angestellte mit den feuchten Händen, wenn sie sich zu nah über meinen Bildschirm beugte. Das Machtgefälle war eindeutig, und es lief nicht in meine Richtung — und trotzdem hatte ich seit Wochen das Gefühl, dass nicht ich derjenige war, der hier verfolgt wurde, sondern sie diejenige, die jagte.
An jenem Donnerstag hatten wir einen wichtigen Kunden zum Dinner. Sabine hatte darauf bestanden, dass ich mitkam. „Sie mögen dich”, hatte sie gesagt und mich dabei über den Rand ihrer Brille angesehen. „Und ich mag, wie du im Raum wirkst.”
Das war kein Satz, den eine Chefin sagt. Das wusste ich. Und ich sagte trotzdem nur: „Danke.”
Das Dinner
Das Restaurant war eines von der leisen Sorte, wo die Kellner nicht sprechen, sondern schweben. Der Kunde redete viel, trank mehr, und Sabine steuerte das Gespräch mit einer Leichtigkeit, die mich jedes Mal aufs Neue beeindruckte. Sie trug ein dunkelblaues Kleid, schlicht, teuer, mit einem Ausschnitt, der nichts zeigte und genau deshalb alles andeutete. Ich ertappte mich mehr als einmal dabei, wie ich den Schwung ihres Halses ansah, die feine Linie ihres Schlüsselbeins, und jedes Mal sah sie es, und jedes Mal lächelte sie, ohne den Faden des Gesprächs zu verlieren.
Unter dem Tisch, irgendwann zwischen Hauptgang und Dessert, berührte ihr Knie meins. Kein Zufall. Es blieb dort. Ich rührte mich nicht, aus Angst, den Moment zu zerbrechen, und spürte die Wärme ihres Beins durch den Stoff meiner Hose wie etwas, das viel zu laut war für diesen stillen Raum.
Als der Kunde endlich ins Taxi verfrachtet war und wir allein auf dem Gehsteig standen, in der kühlen Nachtluft, wandte sie sich zu mir. Ihr Gesicht war ruhig, aber ihre Augen nicht.
„Ich bin zu alt, um Spielchen zu spielen, Tobias”, sagte sie. „Also frage ich dich direkt. Kommst du noch mit zu mir auf ein Glas? Und ich meine nicht ein Glas.”
Mir blieb die Luft weg. Zwei Jahre Vorsicht, weggewischt mit zwei Sätzen. „Und die Firma?”, brachte ich heraus, dumm, weil mir nichts Besseres einfiel.
Sie trat einen Schritt näher, so nah, dass ich ihr Parfüm wieder roch, das dunkle Holz. „Ich will dich, seit du das Bergmann-Projekt gerettet hast”, sagte sie leise. „Ich habe lange genug gewartet. Ich bin eine erwachsene Frau, und ich weiß, was ich will. Die Frage ist nur, ob du dich traust.” Sie ließ eine Pause. „Ich glaube, du willst es genauso. Ich sehe es dir seit Monaten an.”
Ich sah diese Frau an, fünfundvierzig, souverän, die gerade jede Maske hatte fallen lassen, und ich hörte mich sagen: „Ja. Ich will es.”
„Gut”, sagte sie und winkte ein Taxi heran, als hätte sie längst gewusst, wie das hier ausgeht.
Ihre Wohnung
Ihre Wohnung war so, wie ich sie mir vorgestellt hatte, ohne es zu wissen — hohe Decken, gedämpftes Licht, dunkles Holz, ein Sofa, auf dem man versank. Sie zog ihre Schuhe aus, wurde einen Kopf kleiner und trotzdem nicht weniger mächtig, und goss uns zwei Gläser Rotwein ein, von denen keiner je trinken würde.
„Komm her”, sagte sie.
Ich ging zu ihr. Sie legte mir eine Hand in den Nacken, zog mich herunter und küsste mich — nicht zaghaft, nicht fragend, sondern wie eine Frau, die genau weiß, was sie tut. Ihre Lippen waren weich und bestimmt zugleich, ihre Zunge fand meine, und ich hörte mich stöhnen in ihren Mund, ehe ich es unterdrücken konnte. Sie lachte leise dabei, ein warmes, dunkles Lachen.
„So lange gewartet”, murmelte sie an meinen Lippen. „Und du bist ja schon ganz durcheinander.”
Ihre Hände waren überall. Sie schob mein Sakko von den Schultern, öffnete Knopf für Knopf mein Hemd, und ihre Fingernägel zogen eine Spur über meine Brust, die mich erschauern ließ. Ich griff nach dem Reißverschluss ihres Kleides, ungeschickt, und sie führte meine Hand, ruhig, geduldig, wie sie mich auch im Büro führte, wenn ich zu schnell wollte.
Das Kleid glitt zu Boden. Darunter dunkle Spitze, ein Körper, der nichts von den Zwanzigern hatte und alles von einer Frau, die ihn kannte und liebte — volle Brüste, weiche Hüften, Haut, die im Halblicht schimmerte. Ich blieb einen Moment einfach stehen und sah sie an.
„Gefällt dir, was du siehst?”, fragte sie, und zum ersten Mal hörte ich eine Spur Unsicherheit unter der Souveränität.
„Du bist die schönste Frau, die ich je gesehen habe”, sagte ich, und ich meinte jedes Wort.
Etwas in ihrem Gesicht wurde weich. Dann packte sie mich am offenen Hemd und zog mich mit sich Richtung Schlafzimmer.
Sie übernimmt
Sie drückte mich aufs Bett und kletterte über mich, und ich verstand schnell, dass hier sie den Takt vorgab — so wie überall. Sie küsste sich meinen Hals hinunter, meine Brust, meinen Bauch, mit einer Langsamkeit, die mich wahnsinnig machte. Ihre Hand fand mich durch den Stoff, drückte, streichelte, und ich stöhnte laut.
„Sag mir, wie oft du daran gedacht hast”, flüsterte sie, während sie mich befreite und ihre warme Hand sich um mich schloss. „Im Büro. In den Meetings. Wenn ich mich über dich gebeugt habe.”
„Ständig”, keuchte ich. „Jeden verdammten Tag.”
„Braver Junge”, sagte sie, und dieses zwei Worte, aus ihrem Mund, in diesem Ton, ließen mich fast hochgehen. Dann senkte sie den Kopf, und ihre Lippen schlossen sich um mich, warm und nass, und meine Welt schrumpfte auf das Bett, ihre Zunge, ihre Hand, das dunkle Holz ihres Parfüms und das Geräusch, das sie machte, als sie mich tiefer nahm.
Ich musste sie stoppen, sonst wäre alles zu früh vorbei gewesen. Ich zog sie an mir hoch, drehte sie auf den Rücken — sie ließ es geschehen, mit einem herausfordernden Blick, der sagte: mal sehen, ob du kannst — und küsste mich meinerseits ihren Körper hinunter. Über ihre Brüste, deren Spitzen hart wurden unter meiner Zunge, über den weichen Bauch, bis zwischen ihre Schenkel. Sie war längst bereit, und als ich sie mit dem Mund fand, warf sie den Kopf zurück und stöhnte einen Laut, der alle Souveränität vergessen ließ.
„Genau da”, flüsterte sie und krallte eine Hand in mein Haar. „Ja … genau da, hör nicht auf.”
Ich hörte nicht auf. Ich leckte sie, lauschte auf jedes Zittern, jedes Stocken ihres Atems, und spürte, wie diese starke, kontrollierte Frau unter mir die Kontrolle verlor. Ihre Hüften kamen mir entgegen, ihre Schenkel spannten sich um meinen Kopf, und als sie kam, kam sie mit meinem Namen, laut und ungehalten, alle Distanz zwischen Chefin und Angestelltem für diesen einen Moment verbrannt.
Was sie wirklich wollte
Danach lag sie einen Moment schwer atmend da, ein Lächeln auf den Lippen, das ich noch nie an ihr gesehen hatte. Dann zog sie mich an sich, und ihre Souveränität kehrte zurück, aber mit etwas Weicherem darin.
„Ich will dich in mir”, sagte sie schlicht. „Jetzt.”
Ich schob mich zwischen ihre Beine, und sie führte mich mit einer Hand, langsam, sah mir dabei in die Augen, als wir uns zum ersten Mal berührten. Ich glitt in sie, und wir stöhnten beide zugleich — sie eng und warm, ich am Rande dessen, was ich aushalten konnte. Einen Moment blieben wir so, reglos, Stirn an Stirn.
„Zwei Jahre”, flüsterte sie. „So lange habe ich mir das vorgestellt.”
Dann bewegte ich mich, und sie kam mir entgegen, und wir fanden einen Rhythmus, der langsam begann und tiefer wurde und drängender. Sie hielt sich an meinen Schultern fest, ihre Fingernägel in meiner Haut, und flüsterte mir Dinge ins Ohr, die ich nie von meiner Chefin erwartet hätte — wie gut ich mich anfühle, wie lange sie das gewollt habe, wie sehr sie mich noch wolle, immer wieder, nicht nur heute.
Nicht nur heute. Der Satz brannte sich ein.
Sie drehte uns irgendwann um, setzte sich auf mich, nahm sich, was sie wollte, in ihrem eigenen Tempo, den Kopf zurückgeworfen, die Hände auf meiner Brust. Ich sah zu dieser Frau auf, fünfundvierzig, in vollem Besitz ihrer selbst, wie sie mich ritt, als gehörte ich ihr — und in diesem Moment gehörte ich ihr auch. Ich packte ihre Hüften, stieß ihr entgegen, und sie stöhnte lauter, ihr Rhythmus wurde unregelmäßig.
„Ich komme gleich wieder”, keuchte sie. „Komm mit mir. Jetzt.”
Ich konnte nicht anders. Ich ließ los, spürte, wie sich alles in mir zusammenzog, und kam tief in ihr, während sie über mir zusammenzuckte, ein zweites Mal, ihre Muskeln um mich zuckend, ihr Name für mich ein einziges langgezogenes Stöhnen. Sie sackte auf mich, verschwitzt, atemlos, ihr Haar an meinem Gesicht, und wir lagen einfach da und ließen unsere Herzen zur Ruhe kommen.
Am Morgen
Ich erwachte in ihrem Bett, das Licht grau durch die Vorhänge, und für einen Moment wusste ich nicht, wo ich war. Dann roch ich das dunkle Holz auf dem Kissen und wusste es wieder.
Sabine stand am Fenster, in einen Morgenmantel gewickelt, eine Tasse Kaffee in der Hand, und sah mich an mit diesem ruhigen Blick, der Räume ordnete. Aber da war noch etwas Neues darin.
„Und jetzt fragst du dich, was das für die Firma bedeutet”, sagte sie und reichte mir eine zweite Tasse.
„Ich frage mich, was das für uns bedeutet”, sagte ich.
Sie setzte sich auf die Bettkante, und zum ersten Mal, seit ich sie kannte, wirkte sie nicht wie meine Chefin, sondern wie eine Frau, die etwas riskiert. „Ich habe dir gesagt, ich bin zu alt für Spielchen”, sagte sie. „Ich wollte nicht nur eine Nacht. Ich will mehr. Die Frage ist, ob du das auch willst — mit allem, was kompliziert daran ist.”
Ich sah diese Frau an, die alles über Souveränität wusste und trotzdem gerade nervös auf meine Antwort wartete, und ich nahm ihre Hand.
„Ich will mehr”, sagte ich. „Alles daran. Auch das Komplizierte.”
Sie lächelte, dieses neue, weiche Lächeln, und beugte sich vor, um mich zu küssen. Der Kaffee wurde kalt. Es machte nichts. Wir hatten gerade erst angefangen.
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